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!2.5.2019      Stammtisch/Klönabend

18.5.2019     Grillnachmittag

 

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6.6.2019  Besuch im Materialdepot Kanalhafen

14.00 h

Anmeldung bis zum 3.6. Personalausweis nicht vergessen!

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Vorankündigung der

Sommeraktion 2019:

Buserkundung Rheine

17.8.

 

Tipp:

15.6.2019 Tag der Bundeswehr

Lützow-Kaserne

Münster-Handorf

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Gesellschaft für Sicherheitspolitik-Sektion Rheine

 

Kontakt zum Webmaster

xd300@hotmail.de

Jürgen Dreifke

Anregungen und Beiträge sind willkommen! Der Aufbau der Seite ist noch nicht abgeschlossen, die Einbindung von Inhalten und Bildern wird aber  kontinuierlich fortgesetzt.

Besonderer Dank gilt Peter Rottmann für die langjährige Pflege des Webauftritts unseres Traditionsverbandes!

Blickpunkt

Ablösung der LKW gl der II. Generation aus den 70er Jahren! Neue ungeschützte militärische Transportfahrzeuge (UTF) 5t und 15t laufen bei der Bundeswehr zu. Das  erste Los umfasst  330 Fünftonner und 219 Fünfzehntonner. Bis 2024 können  Lkw bis zum Gesamtumfang von 2.271 Fahrzeugen ohne Neuausschreibung bestellt werden. Das Foto zeigt die Version als Fünftonner beim Tag der Bundeswehr in Meppen am 9.6.2018.  

 

 

 Logistik im Münsterland

In der Phase der Ost-West-Konfrontation befanden sich die militärischen Versorgungseinrichtungen auf dem Boden der Bundesrepublik in der größtmöglichen Distanz zum "Eisernen Vorhang". Das Münsterland, der
Niederrhein und das westliche Niedersachsen hatten deshalb zahlreiche logistische Einheiten und Einrichtungen aufzunehmen. Der Standort Rheine spielte in diesem logistischen Netzwerk im nördlichen Teil der Bundesrepublik
eine zentrale Rolle.


Das
Nachschubkommando 1 in Rheine-Gellendorf steuerte den Nachschub für das I. Korps im norddeutschen Raum. Ihm unterstanden zahlreiche Korpsdepots in Norddeutschland mit wichtigen Mengenverbrauchsgütern
(Treibstoff, Munition), die den Truppen des Korps in ihren potenziellen Einsatzräumen einige Tage eine gewisse logistische Autarkie verleihen sollten.
Zur Befülllung der Depots und Versorgungspunkte diente das
Transportbataillon 170 in der Theodor-Blank-Kaserne in Rheine-Bentlage, das mit seinen 10-Tonnen-LKW von FAUN und ab 1977 mit MAN 10-Tonnern
häufig auf den Straßen des Münsterlandes zu sehen war. Für die Versorgung der Bataillone der Korpstruppen war das
Nachschubbataillon 110 in Rheine-Gellendorf und Wesel zuständig.


Die Erhaltung des Gerätes der Korpstruppen war Aufgabe des Instandsetzungskommandos 1 mit dem
Instandsetzungsbataillon 120 in Rheine-Gellendorf und Dülmen sowie dem Instandsetzungsbataillon
110
, das aus dem Technischen Bataillon Sonderwaffen 160 in Delmenhorst, Coesfeld und Wesel entstanden war und in den 80er Jahren mit den Delmenhorster Teilen (1. und 2.Kp) nach Coesfeld verlegte. Das Bataillon
120 hatte als Schwerpunkt die Instandsetzung von Fahrzeugen und Bataillon, das Schwesterbataillon 110 betreute vor allem Elektronik- und Spezialsysteme wie z.B.Raketenwaffen.


Natürlich verfügten auch die Truppen der in Nordrhein-Westfalen stationierten 7.Panzerdivision über eigene Nachschubeinheiten, die ihren Verbänden in den Einsatzraum folgen konnten. In der Gliederung der 70er
und 80er Jahre gehörten dazu u.a. das Nachschubbataillon 7 in Unna und die Nachschubkompanien 190 (Ahlen), 200 (Unna) und 210 (Augustdorf). Das Instandsetzungsbataillon 7 lag ebenfalls in Unna und die Instandsetzungskompanien 190, 200 und 210 in Handorf, Unna und Augustdorf.


Nicht vergessen darf man die zahlreichen
Depots im westlichen Münsterland , die dem Versorgungskommando 800 in Lingen unterstanden und die Truppe im täglichen Betrieb und Einsatz unterstützen sollten.
Zu nennen wären die Gerätehauptdepots in Bork, Rheine und Ochtrup, das Geräteteildepot Lette, Munitionshauptdepots in Lünten bei Vreden, Ochtrup, Saerbeck und Olfen mit einem Munitionsteildepot in Hülsten bei Groß-Reken. Hier lagerte ein großer Teil der Material und Munitionsvorräte für das I.Korps und anderer Truppenteile. In Borken gab es die aktive Instandsetzungskompanie 800 für die Materialerhaltung von
Fernmeldegerät und anderen Spezialausrüstungen. In Epe wurde ein Sanitätshauptdepot eingerichtet.
Diese Einrichtungen wurden weitgehend mit Zivilbeschäftigten unter einer militärischen Führung betrieben. Im Verteidigungsfall waren Reservisten in Depotumschlagzügen und Sicherungszügen für den Betrieb und Schutz dieser Objekte eingeplant.


Für Versorgungsaufgaben im Kriege gab es eine Reihe weiterer nicht aktiver Geräteeinheiten, die durch Einberufung von Reservisten und ziviler Fahrzeuge einsatzbereit gemacht worden wären. Dazu gehörte u.a. das nicht aktiveTransportbataillon 730 im Mobilmachungsstützpunkt Greven, das die Versorgung der Truppen des Wehrbereiches III in ganz Nordrhein-Westfalen bei einer Mobilisierung zu unterstützen hatte. Als logistisches Rückgrat für die eingeplanten US-Verstärkungen aus Übersee entstand ab Mitte der 80er Jahre das War Host Nation Support-Programm (WHNS), bei dem zahlreiche Reserveeinheiten aufgestellt wurden. In Borken und Ahlen lagerten dafür die Ausrüstung der nicht aktiven Transportbataillone (WHNS) 431, 432 und 433. In Borken entstand 1986 das Ausbildungszentrum 3/1 in dem Reservisten dieser Einheiten mit dem in der Bundeswehr unbekannten Gerät vertraut gemacht und in die Aufgabe des Umschlages von Mengenverbrauchsgütern eingewiesen wurden.


Die Veränderungen der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung betrafen in besonderem Maße die Korpstruppen. Die Truppen des Nachschubkommandos 1 wurden der neu formierten Logistikbrigade 1 in Lingen unterstellt. Aus
dem 1994 aufgelösten Nachschubkommando 1 entstand  das Nachschub- und Transportregiment 12 mit Versorgungsaufgaben in Norddeutschland. Das Versorgungskommando 800 in Lingen wurde aufgelöst und durch die Logistikbrigade 1 am gleichen Standort ersetzt, die neben den Depots auch  das Instandsetzungsregiment 11 und das Nachschubtrasnportregiment 12 führte. Diese Regimenter hatten auch eine Reihe von nichtaktiven Logistikeinheiten des aufgelösten Territorialheeres übernommen, wie das Nachschubbataillon 805 (Köln)
oder die Transportbataillone 802 Dortmund-Sölde und 720 Wietmarschen, die an den genannten Orten nur als Geräteeinheiten bestanden hatten.. Das Nachschubbataillon 804 (Lingen) wechselte als Kaderverband zum Logistikregiment 1 in Delmenhorst. Die Bataillone 804 und 805 hatten dem Versorgungskommando 800 angehört und waren mit nur einer Kompanie in Lingen bzw. Köln für Umschlagaufgaben aktiv gewesen.


Das Nachschubbataillon 110 blieb in dieser neuen Unterstellung bis zur 2001 verkündeten Bundeswehrreform von Minister Scharping erhalten und wurde 2003 aufgelöst. Es entwickelte sich von einem Einsatz- zu einem Ausbildungsverband. Als aktives Transportbataillon übernahm die Lingener Logistikbrigade 1 in der zweiten Hälfte der 90er Jahre nicht das in der Nähe liegende Transportbataillon 170 aus Bentlage, sondern das ehemalige Nachschubbataillon Sonderwaffen 120 im emsländischen Werlte.


Die Reduzierungen der 90er Jahre standen noch unter dem politischen Zwang, die Standorte in strukturschwachen Regionen nach Möglichkeit zu erhalten, auch wenn dies nicht immer militärisch und ökonomisch
zweckmäßig war. Das Transportbataillon 170 wurde zuerst auf einen Kaderverband zur Ausbildung und Vorbereitung einer Mobilisierung zurückgefahren (mit aktiver 2.Kompanie) und dann in eine reine Geräteinheit
verwandelt. Der Logistikbrigade 1 wurden auch die zahlreichen Depots des aufgelösten Versorgungskommandos 800 (Lingen) unterstellt.

 

Das Instandsetzungsbataillon 110 in Coesfeld blieb im Rahmen der Logistikbrigade 1  unter dem Kommando des aus dem Instandsetzungskommando 1 hervorgegangenen Instandsetzungsregiments 11 in Gellendorf zuerst noch erhalten. Es war kurzfristig zu einem Verband mit sechs Kompanien in Coesfeld (1.,2.,4.), Wesel(3.), Rotenburg/W.(5.) und Rheine(6.) aufgewachsen, gab aber nach 1996 Teile an das Instandsetzungsbataillon
7 (4. und 5.InstBtl7 Coesfeld) ab. Das Instandsetzungsbataillon 120 wurde 1994 aufgelöst und mit Teilen in die Bataillone 110 bzw. 71 (2.Kp Rheine) integriert. Bisher nicht zu den Logistiktruppen der Region gehörte das Instandsetzungsbataillon 141 in Luttmersen (Neustadt am Rübenberge), das Kompanien in Luttmersen, Lüneburg, Munster und Fuldatal, zum Teil mit sehr speziellen Aufträgen für ausgewählte Systeme, führte. Es wurde 1996 dem Logistikregiment 11 unterstellt. Aus diesem Verband entstand später das heutige  Versorgungsbataillon 141 der Panzerlehrbrigade 9 (Munster).

 

Die beiden logistischen Regimentsstäbe 12 (Nachschub) und 11 (Instandsetzung) wurden 1997 in Rahmen einer erneuten Reorganisation zum Logistikregiment 1zusammengelegt, das bis zum März 2003 in Gellendorf bestand.

Die Logistikbrigade 1 wechselte vom Korps zum neu aufgestellten Heeresunterstützungskommando in Koblenz.

 

Die Logistikeinheiten der 7. Panzerdivision wurden bis 1997 aufgelöst bzw. in das Logistikregiment 7 in Unna integriert. Daraus entstand in den Jahren ab 2002 das Logistikbataillon 7, heute Versorgungsbataillon 7, in Unna für die logistische Unterstützung der Panzerbrigade 21 in Augustdorf, die als einziger Kampfverband der ehemaligen 7. Panzerdivision in NRW übrig blieb.


Die Logistik des Heeres wurde in dem Transformationsprozess der Bundeswehr ab 2001 von einer Ausbildungsarmee für die Rolle der Landes- und Bündnisverteidigung zu einer Einsatzarmee noch mehr zentralisiert.  Die Einheiten der Heereslogsitik wurden dabei zu einem großen Teil in die Streitkräftebasis verlagert, die seit einigen Jahren als eigene Teilstreitkraft zahlreiche Unterstützungs- und Führungsaufgaben für Heer, Luftwaffe und Marine wahrnimmt. Die logistischen Einheiten in Rheine, Lingen und Coesfeld waren davon besonders betroffen und wurden weitgehend aufgelöst.


An die Stelle der Logistikverbände des Heeres im Norden und Nordwesten trat das Logistikregiment 16  der Streitkräftebasis , das in Delmenhorst und  Lingen stationiert und schon 2006 zur neuen Logistikbrigade 1 in Delmenhorst  umgegliedert wurde. Diese Brigade darf man nicht mit dem gleichnamigen Stab in Lingen verwechseln, der zu dem Zeitpunkt bereits aufgelöst war!  Das neue Bundeswehrkonzept des Verteidigungsminister Struck verabschiedete sich weitgehend von der Landesverteidigung und legte die Krisenbewältigung und Friedensmissionen als Hauptaufgabe der Bundeswehr fest. In diesem Konzept waren nicht aktive Mobilmachungseinheitem entbehrlich. Laut Bundeswehrzielplanung für 2010 sollte die Masse dieser Brigade mit vier logistischen Bataillonsverbänden im Norden vertreten sein. In der Garnison Delmenhorst lagen der Stab, das Logistikbataillon 161 und das Transportbataillon 165, das aus der Substanz des in Lippstadt aufgelösten Transportbataillons 801 hervorging. In Schleswig-Holstein befanden sich das Logistikbataillon 162 und Instandsetzungsbataillon 166 (beide in Boostedt) und das Spezialpionierbataillon 164 (Husum) für Feldlager- und Pipelinebetrieb. In Lingen trat das Versorgungsausbildungszentrum 163 die Nachfolge der alten Logistikbrigade 1 und des Nachschubbataillons 110 aus Rheine an. Diese kurzlebige Einheit führte von 2004 bis 2007 unter dem Dach des Logistikregiments 16 von  die Depotorganisation in der Region. Danach übernahm das Logistikregiment 17 in Burg bei Magdeburg die Verantwortung bis 2012.

 

Die nicht aktiven logistische Einheiten wurden 2006 aufgelöst: u.a. Transportbataillone 720 und 802, Nachschubbataillon 805, Stab/Stabskompanie Logistikregiment 12. Auch die Mehrzahl der Depots und Teildepots befand sich in einem Auflösungs- und Umgliederungsprozess. Erhalten blieben die Gerätedepots in Rheine und Ochtrup, das Sanitätsdepot in Epe und das von den Briten übernommene Munitionsdepot Wulfen. Aufgelöst wurden auch die zahlreichen Geräteeinheiten, die mit Reservisten zur Verstärkung der Einsatzkräfte mobilisiert werden konnten, wie zum Beispiel die Einheiten des WHNS-Programms (s.o) oder Versorgungseinheiten des Wehrbereichskommandos III.


Mit der Aufgabe der Scharnhorstkaserne in Lingen mit dem Versorgungsausbildungszentrum 163 im Jahre 2007 sind die einst umfangreichen Logistikverbände auf nur noch wenige ortsfeste Einrichtungen geschrumpft. In dem neben Rheine zweiten logistischen Traditionsstandort der Region in Unna bleibt im Rahmen der Heeresorganisation noch das Logistikbataillon 7 erhalten, das die Panzerbrigade 21 in Augustdorf zu versorgen hat.

 

Mittlerweile haben mit der 2011 verkündeten durch weitere Einsparungen geprägten Neuplanung der Bundeswehr  wieder grundlegende Veränderungen stattgefunden.  Die Logistikverbönde der Streitkräftebasis wurden unter dem Logistikkommando in Erfurt in einem Fähigkeitskommando zentralisiert. Die Regimentsstäbe bzw. Logistikbrigade 1 (Delmenhorst) wurden wieder aufgelöst. Eine Reihe von Logistiktruppen wurden nach wenigen Jahre wieder aufgelöst, wie das Transportbataillon 165 in Delmenhorst. Die Versorgung stützt sich auf das Logistikkommando und die Versorgungsbataillone der Brigaden. Das weiterhin vorhandene Logistikbataillon 161 in Delmenhorst untersteht direkt dem Kommando in Erfurt. Die Depots wurden  in der Führung zentralisiert und unterstehen dem Logistikzentrum in Wilhelmshaven. Die Objekte in Ochtrup, Rheine-Kanalhafen und Epe blieben erhalten.

Mit der Anpassung der Streitkräfte an die neue sicherheitspolitische Lage in Europa ab 2014 ist mit weiteren Veränderungen zu rechnen. Die 2004 eingeleitete Fixierung auf die Friedenseinsätze war nicht zukunftsweisend. Die durch die Finanzkrisen zum Ende des vorigen Jahrzehnt verschärfte Sparpolitik im Verteidigungsetat hat zu großen Fähigkeitsdefiziten geführt, die nun mühsam wieder aufgearbeitet werden müssen. Mehrere Trendwenden sollen einen Aufwuchs der Verteidigungsfähigkeit herbeiführen (Heer  2018-32   oder Heer im Wandel)

Nichts ist in der Bundeswehr so beständig wie der Wandel.

 

 

Die folgende Grafik der logistischen Einheiten in unserer Region illustriert auf den verschiedenen Führungsbenen die Versorgung in den Strukturen der 70er und 80er Jahre:

Nachschubkommando 1 im I.Korps, Versorgungskommando 800 im Territorialheer, Divisionstruppen der 7. Panzerdivision und ihre Brigaden 19, 20 und 21.

 

 

Eine Vorausschau auf die künftige Ausgestaltung der Logistiktruppen gibt das Informationsheft Nr.49 des "blauen Bundes", einer bundesweiten Vereinigung von Logistikern.

www.blauer-bund.de

Oberstleutnant i.G. Thorsten Fennel, "Die Weiterentwicklung des Logistischen Systems der Bundeswehr", a.a.O. S. 6ff

BG Michael Hochwart, "Logistische Unterstützung von Landoperationen",a.a.0, S.10ff

In dem zuletzt genannten Artikel fordert der Autor, dass sich die künftige Logistik wieder an die Dynamik und Unsicherheiten des Gefechtsfeldes anzupassen habe und wieder robust und flexibel ausgestattet werden müsse. Die gegenwärtigen logistischen Strukturen für Landoperationen sind nur für die Unterstützung von Einsätzen bis maximal Brigadegröße ausgelegt. Die künftigen Ambitionen des Leistungsprofils erfordern aber  die Unterstützung auf Divisions- und Korpsebene in multinationaler Kooperation. Der Autor bezweifelt, dass die komplexen Strukturen und Abläufe, die sich herausgebildet haben, den Herausforderungen im Kriege gewachsen wären. Taktische und logistsiche Führung müssten aus einer Hand erfolgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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